Es gibt erstmals eine gemeinsame europäische S3-Leitlinie für tiefe Karies an vitalen bleibenden Zähnen. Sie wurde unter Beteiligung der DGZ und weiterer Fachgesellschaften erarbeitet. Im Fokus steht der langfristige Erhalt der Pulpa mit minimalinvasiven Konzepten. Die vollständige Kariesexkavation ist nicht mehr Standard – empfohlen wird die selektive oder schrittweise Exkavation.
Der routinemäßige Einsatz indirekter Überkappungen wird nicht mehr empfohlen. Bei Pulpaexposition sprechen die Daten für hydraulische Kalziumsilikatzemente (HCSCs) statt Kalziumhydroxid. Auch bei irreversibler Pulpitis gilt die partielle oder vollständige Pulpotomie mit HCSCs als anerkannte Alternative zur Wurzelkanalbehandlung.
